FIAN-Wochenendseminar für Multiplikator*innen. Teilnahme kostenlos. Anmeldung bis 05. Mai 2025
Worum geht es?
Der Klimawandel ist eine schwere und langfristige Bedrohung für das Recht auf Nahrung großer Teile der Menschheit. Besonders betroffen sind Weltregionen und Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden, die am wenigsten zur Erderhitzung beigetragen haben. Gleichzeitig tragen die Hauptverursacher, vor allem Industriestaaten des Globalen Nordens, durch ihren hohen historischen CO₂-Ausstoß eine besondere Verantwortung. Im Rahmen des Pariser Abkommens sind diese Staaten daher verpflichtet, Klimafinanzierung für Maßnahmen zur Minderung und Anpassung an den Klimawandel bereitzustellen. Doch viele dieser Maßnahmen gehen mit sozialen und ökologischen Problemen einher. Anstatt die Ursachen der Klimakrise gerecht anzugehen, reproduzieren sie oft koloniale Strukturen, indem sie die Lasten des Klimaschutzes auf den Globalen Süden verlagern.
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Inhalte des Seminars
Die Nutzung von Agrartreibstoffen führt häufig zu Landraub, da große Flächen im Globalen Süden für den Anbau von Energiepflanzen beansprucht werden. Ähnliche Probleme sind von Staudammprojekten oder Waldschutzinitiativen bekannt, die lokale Gemeinschaften vertreiben oder ihnen den Zugang zu natürlichen Ressourcen entziehen. Ein zunehmend populäres Mittel zur CO₂-Kompensation ist die Aufforstung. Doch oft werden dabei monokulturelle Baumplantagen gefördert, die wirtschaftlichen Interessen dienen und natürliche Ökosysteme sowie traditionelle Landnutzungsformen verdrängen. Trotzdem werden sie durch internationale Klimafonds gefördert.
Neues Planspiel zu Baumplantagen
FIAN Deutschland hat dazu ein neues Planspiel entwickelt, das den Zusammenhang zwischen staatlicher Klimafinanzierung der deutschen Bundesregierung und der Verletzung von Menschenrechten durch Investitionen in monokulturelle Baumplantagen im Globalen Süden thematisiert. Mit Hilfe der Methode Planspiel, innerhalb der die Teilnehmenden bestimmte Rollen übernehmen und Entscheidungsprozesse simulieren, wird das komplexe Thema der Menschenrechte in der staatlichen Klimafinanzierung auf spielerische Weise nähergebracht. Die Teilnehmenden lernen die Zusammenhänge und Konflikte zwischen Menschenrechten und Klimaschutzmaßnahmen zu verstehen, um anschließend kritische Bewertungen vorzunehmen. Anschließend wird die Weiterverwendung z.B. innerhalb eigener Veranstaltungen besprochen. Ziel des Seminars ist es das Planspiel eigenständig mit einer Gruppe durchführen zu können.
Hintergründe zu Klimawandel zu Menschenrechten
Neben der praktischen Anwendung des Planspiels erwerben die Teilnehmenden Hintergrundwissen zu Klimawandel, Klimaschutz und Klimafinanzierung. Dabei werden zentrale internationale Vereinbarungen wie das Pariser Abkommen sowie deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz erläutert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf menschenrechtlichen Grundlagen: Die Teilnehmenden lernen zentrale Menschenrechtsverträge wie den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) kennen und setzen sich mit den Pflichten der Staaten zum Schutz, zur Achtung und zur Gewährleistung von Menschenrechten auseinander.
Besonders beleuchtet wird, wie Klimaschutzmaßnahmen mit menschenrechtlichen Verpflichtungen in Einklang gebracht werden können.
Vernetzung und Austausch
Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich über Klimagerechtigkeit und Menschenrechte im Kontext der Bildungsarbeit auszutauschen und zu vernetzen. Ein Open Space ermöglicht es den Teilnehmenden, eigene Themen, Fragestellungen und methodische Ansätze aus der Bildungsarbeit einzubringen und zur Diskussion zu stellen.
Teilnahmebedingungen
Die Fortbildung richtet sich in erster Linie an Multiplikator*innen, die im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit im Bereich der (entwicklungs-)politischen Bildung oder für FIAN das Planspiel selber anwenden. Sie ist aber auch für andere Interessierte offen. Die Zahl der Teilnehmer*innen ist auf 20 beschränkt. Die Kosten für die Teilnahme inklusive Verpflegung und Übernachtung in Mehrbettzimmern werden von FIAN übernommen. Kosten für die Anreise innerhalb Deutschlands (Bahn/Bus 2. Klasse, PKW bis max. 130,-€) werden bei Bedarf erstattet. Im Gegenzug verpflichten sich die Teilnehmer*innen, das Planspiel für FIAN Deutschland durchzuführen oder eine FIAN-Veranstaltung zum Thema der Fortbildung mitzugestalten. Sie werden dabei von FIAN unterstützt.
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Seminarleitung:
Marian Henn, Referent für Lateinamerika und Menschenrechtsbildung bei FIAN Deutschland
Sophia Cramer, Soziologin und Bildungsreferentin zu den Themen Menschenrechte, Finanzsektor und globale Handelspolitik.
