Der Kampf gegen den Missbrauch von Nahrungsmitteln als Waffe, die Unterstützung von Fischergemeinschaften, das Aufzeigen der Gefahren von digitalisierten und finanzialisierten Kohlenstoffmärkten und der Einsatz für einen gerechten Übergang zur Agrarökologie.
Der aktuelle Jahresbericht von FIAN International zieht Bilanz über einige der wichtigsten Kämpfe, die wir weltweit für das Recht auf Nahrung und Ernährung führen.
Im Jahr 2024 hat sich FIAN mit Graswurzelgruppen und internationalen Allianzen zusammengetan, um sich gegen den fortschreitenden Missbrauch von Nahrungsmitteln als Waffe zu wehren, die eine der Hauptursachen für den weltweiten Hunger ist, insbesondere in Palästina. Wir begannen auch mit neuen Untersuchungen über das Versagen der internationalen Gemeinschaft, angemessen auf Hungersnöte in Konfliktgebieten zu reagieren.
Das Meer ist für viele eine wichtige Nahrungsquelle. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern hat FIAN dazu beigetragen, die Aneignung von Aquakulturen zu Lasten von Fischergemeinschaften und Küstengemeinden in Tamil Nadu, Indien, aufzudecken. Wir unterstützten auch die vom World Forum of Fisher Peoples geführte UN-Lobbyarbeit, die den Forderungen von Graswurzelgruppen nach Anerkennung der Fischer- und Küstengemeinschaften Nachdruck verlieh und ihre Rechte auf Land, Wasser und Fischerei geltend machte.
Anlässlich des 20. Jahrestages der UN-Leitlinien für das Recht auf Nahrung haben wir im Juni gemeinsam mit unseren Verbündeten im Global Network for the Right to Food and Nutrition (GNRTFN) die Regierungen dazu aufgefordert, das Recht auf Nahrung in nationale Gesetze, Verordnungen, Strategien und Programme aufzunehmen.
Wir arbeiten seit einiger Zeit mit der feministischen Schule der Latin America Alliance for Food Sovereignity zusammen und haben 2024 eine Broschüre veröffentlicht, in der ihre Erfahrungen vorgestellt werden. Sie soll andere zum Handeln inspirieren. Die Schule schlägt Brücken zwischen den Generationen und zeigt die verborgenen Beiträge von Frauen zur lokalen Wirtschaft auf, indem sie ihre wichtige Rolle bei der Lebensmittelproduktion und -versorgung hervorhebt und sie motiviert, mehr Macht in der Entscheidungsfindung zu übernehmen.
Auf der COP 29 forderten wir von den Menschen getragene Lösungen und einen gerechten Übergang zur Agrarökologie und schlugen in den Debatten zu diesem Thema in der UN Alarm wegen der sozioökonomischen und ökologischen Risiken der digitalisierten und finanzialisierten Kohlenstoffmärkte.
Wir haben uns mit Verbündeten zusammengetan, um uns für eine starke Rechenschaftspflicht von Unternehmen für Menschenrechts- und Umweltschäden einzusetzen – und für ein Ende der Vereinnahmung der UN durch Unternehmen. Dazu gehörte auch, dass wir neue Versuche, die Verhandlungen über einen verbindlichen Vertrag zur Regulierung transnationaler Konzerne („UN-Treaty“) zum Scheitern zu bringen, anprangerten.
Der FIAN International Council, der 19 nationale Sektionen umfasst, traf sich Ende des Jahres in Portugal und verabschiedete einen neuen Strategieplan, der unsere globale Arbeit bis 2030 leiten soll.
Die großartige Arbeit unserer nationalen Sektionen war weiterhin eine wichtige Quelle der Inspiration.
So meldete FIAN Uganda beispielsweise einen deutlichen Rückgang der militärischen Gewalt gegen Fischer*innen nach jahrelangem Aktivismus und Kampagnenarbeit an der Basis. Und mit FIAN Kolumbien feierten wir den Höhepunkt von mehr als einem Jahrzehnt Advocacy-Arbeit, die zu einer bahnbrechenden Verfassungsänderung beigetragen hat, die den Staat verpflichtet, das Menschenrecht auf angemessene Nahrung zu garantieren.
Wir freuen uns auf viele weitere positive Beispiele wie diese im kommenden Jahr, wenn wir gemeinsam mit den FIAN-Sektionen und unseren Verbündeten auf der ganzen Welt für einen globalen Übergang zur Agrarökologie, für Ernährungssouveränität und für das Recht aller auf Nahrung und Ernährung kämpfen.
Laden Sie den Jahresbericht hier (in Englisch) herunter.